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PS4 vs. Xbox One – Vergleich der super Konsolen

Sony gegen Microsoft: Es ist ein Duell der Giganten, das dieses Weihnachten in die nächste Runde geht. Wer hat die Spielkonsole für das Jahr 2014 und darüber hinaus entwickelt?

Sony setzt mit der Playstation 4 voll auf Games. Microsoft bedient mit seiner Xbox One auch einen breiteren Markt. Beide Konzerne kämpfen um die Vorherrschaft in den Wohnzimmern einer globalisierten Welt. Kann es hier wirklich nur einen Sieger geben oder ist die Welt doch groß genug für beide? Welche Vorteile hat die Xbox One? Wo kann die Playstation 4 punkten? In unserem Vergleich stellen wir die beiden Next-Gen-Konsolen vor.

Es sind zwei schwarze Kisten, die da unter dem Fernseher stehen. Sie machen beide kaum Lärm, außerdem spielen sie fast die gleichen Titel ab. Und die Controller sehen sich auch zum Verwechseln ähnlich. Aber ein genaueres Hinschauen lohnt sich: Der Teufel steckt – wie so oft – im Detail.

Das Design: Walküre oder Elfe?

Die Xbox One ist größer und schwerer als die Playstation 4, eher eine Walküre als eine Elfe. Zahlreiche Lüftungsschlitze unterstützen den Eindruck einer klobigen Form. Die Playstation 4 wirkt dagegen filigraner und eleganter. Beide Konsolen sind mit Klavierlack überzogen, der auf Staub eine geradezu magnetische Anziehungskraft ausübt. Auch Fingerabdrücke bleiben auf beiden Konsolen zurück. Pflegeleicht sind also beide nicht, dafür allerdings auch kaum hörbar. Sie machen nur einen Mucks, wenn das Blu-Ray-Laufwerk in Rotation gerät.
Was für die PS 4 spricht: Das Netzteil ist integriert und auch das Innenleben wirkt deutlich aufgeräumter als beim Konkurrenten aus dem Hause Microsoft. Bei der Xbox One macht mancherorts das böse Wort „Schuhkarton“ die Runde, andere sprechen von der Retro-Optik eines VHS-Rekorders.

Die Hardware: Relativ baugleich

Mit dem Innenleben der Konsolen – das hat die Vergangenheit gezeigt – ist es immer so eine Sache. Zu Beginn eines Produkt-Zyklus werden die Maschinen kaum ausgereizt, erst nach einigen Jahren kommen die Spiele-Schmieden mit den Design-Tools so weit zurecht, dass sie an die Leistungsgrenzen der Konsolen stoßen. Das ist auch bei den Next-Gen-Konsolen nicht anders. In beiden schlägt das Herz eines modifizierten AMD-Prozessors. Beide Prozessoren verfügen über 8 Kerne, die Playstation 4 läuft auf 2 GHZ, die Xbox One mit 1,75. Auch beim Arbeitsspeicher hat das Gerät aus dem Hause Sony die Nase vorn. In der Praxis macht sich bei der Darstellung von gleichen Titeln allerdings kaum ein Unterschied bemerkbar. Bein heutigen Standard an Videospielen täten es wohl auch noch die Vorgänger-Modelle. Bei den extra für die Next-Gen-Konsolen entworfenen Titel sieht das anders aus. Doch die meisten dieser Hochkaräter sind noch im Entwicklungsstadium und werden erst im Lauf der nächsten Jahre beide Konsolen soweit kitzeln, dass auch der Benutzer merkt, es hier mit einem Gerät der nächsten Generation zu tun zu haben.
Im Moment bleibt festzuhalten, dass die Playstation etwas schneller bootet und ein kräftigeres Innenleben aufweist als die Konkurrenz von Microsoft.
Und wo wir gerade von alten Spielen reden. Ein dickes Minus geht hier an beide Konsolen: Titel, die für die Playstation 3 oder die Xbox 360 gedacht waren, spielen beide Konsolen nicht ab. Sony denkt über ein kostenpflichtiges Update als Möglichkeit nach, Microsoft hüllt sich noch in Schweigen.

ps4vsxboxone

Die Festplatte: 500 GB auf beiden Seiten

Die letzte Generation der Konsolen hat gezeigt, wie wichtig die Festplatte geworden ist. In vielen Häusern ersetzt eine Xbox oder eine Playstation einen Multi-Media-PC im Wohnzimmer. Schnell sammelt sich eine Menge Daten an und die Festplatten werden voll. Weder Microsoft noch Sony haben sich da lumpen lassen und ihren Konsole eine 500 GB Festplatte spendiert. Wer hier erweitern möchte, da moderne Spiele rasch 20 oder 30 GB installieren, stößt bei Sony auf offene Ohren. Das Austauschen des Laufwerks macht keine Probleme. Will man die Festplatte der Xbox One erweitern, muss dafür das Gehäuse geöffnet werden – die Garantie verfällt. Der Zugriff auf der neuen Playstation ist weniger stark reglementiert als bei der Xbox One, die regelt in den meisten Fällen automatisch, was gespeichert wird und was nicht.

Die Controller: If you can’t beat them, join them

Hier hatte die Xbox in der Vergangenheit die Nase vorn. Das Gamepad für die Xbox 360 galt als Höhepunkt im Controller-Design. Sony war also unter Zugzwang und musste liefern. Das Design des Playstation 4 Controllers ähnelt deshalb in vieler Hinsicht dem erfolgreichen Konkurrenzprodukt: Ein Touchpad prangt nun in der Mitte des Controllers, auch die Schultertasten sind einfacher zu erreichen. Das erfordert weniger Fingerakrobatik und mag so mancher gefürchteten Zocker-Verletzung vorbeugen. Als Gag ist im neuen Controller auch ein Lautsprecher eingebaut, durch den Spielfiguren zum User sprechen können. Man darf gespannt sein, wie findige Designer dieses Gimmick ausnutzen werden: Vielleicht ähnlich innovativ wie die Vibrations-Elemente vor einem guten Jahrzehnt?
Generell steht eine Revolution des Controller-Marktes wohl vor der Tür. Durch Steuerungsmöglichkeiten, die an Virtual-Reality-Ideen aus ferner Vergangenheit anknüpfen, scheint es nur noch eine Frage der Zeit zu sein, bis die Konsolen ausgereifte Kinect-Techologien unterstützen. Damit wird – wie bei der Familienkonsolen Wii – der Spieler selbst zur Spielfigur.
Die Xbox One hat Kinect 2 schon in der Konsole integriert, Sony ist hier etwas hintendran. Für beide Unternehmen scheint aber klar, dass in dieser Idee die Zukunft liegt.

Die Benutzeroberfläche: Nicht sehr sexy, aber praktisch

Microsoft hat hier ein Heimspiel. Wer mal mit Windows gearbeitet hat, wird sich auf einer Xbox One zurechtfinden. Das Interface ist schick, wenn auch manchmal unübersichtlich. Die Xbox One punktet vor allem mit einer Sprachsteuerung über das Kinect-System.
Sony hat die Oberfläche der Playstation 3 ein verbessert und übernommen. Das ist nicht sehr innovativ oder sexy, aber in der Praxis klappt es ganz ordentlich. Bei Sprach- und Gestensteuerung ist die Playstation 4 etwas zurück.

Multimedia: Keine USB-Unterstützung für niemanden

Vornweg eine dicke Enttäuschung: Beide Konsolen können mit einem USB-Stick als Speichermedium herzlich wenig anfangen. Sie weigern sich, Videos und Musik von diesem Stick zu spielen. Eine Funktion, die heute jeder noch so günstige Flachbildfernseher beherrscht. Auch die Vorgänger-Konsolen konnten das noch.
Ansonsten hat im Multi-Media-Bereich die Xbox One ihre Stärken. Microsoft positioniert die Konsole als Ersatz für einen günstigen Multi-Media-PC im Wohnzimmer. Die Konsole steuert Fernseher und AV-Receiver, über HDMI kann sie sich auch mit Kabel- oder Satelliten-Receivern verbinden. Die Playstation 4 hingegen hat hier einige Schwächen. Beide Konsolen können allerdings DVDs und Blu-Rays abspielen

Die Spiele: Noch keine Kracher am Horizont

Für viele Zocker das wichtigste Thema: Welche Exklusiv-Titel gibt es für die Konsole der Wahl? Was wird adaptiert? Welche Konsole ist die richtige, wenn ich auf FPS-Titel stehe, wer hat es eher mit den teamfähigen Shootern und welche Konsole hat die besten Sport-Titel, falls die Kumpels mal zu Besuch kommen? So kurz nach der Veröffentlichung beider Plattformen hat hier noch keine Konsole die Nase vorn. Ein richtiger Kracher ist noch nicht dabei. Die Vorzeige-Titel für die Konsolen sind zur Zeit „Ryse“ für die Xbox und „Killzone Shadow Fall“ bei der Playstation 4 – das sind ordentliche Titel, aber nicht gerade das nächste Assasins Creed oder Battlefield. Die systemübergreifenden Reihen sind zur Zeit noch bei den Konsolen der letzten Generation, Ports auf PS 4 und Xbox One können noch nicht vollends überzeugen. Für die Spiele-Firmen lohnen sich maßgeschneiderte Titel für die Systeme erst, wenn diese etabliert sind und in möglichst vielen Haushalten stehen – das wird noch etwas dauern.
Und wie gesagt: Alte Titel sind nicht kompatibel. Wer also seine PS3 oder Xbox 360-Titel weiterspielen will, sollte die alte Konsole noch nicht in Rente auf Mount Dachboden schicken oder gar im Internet verscherbeln. Es wird noch eine Weile dauern, bis die richtigen Perlen auf den Markt kommen.

Die Sache mit dem Preis: Sony 100 Euro günstiger

Die Playstation 4 steht für 399 Euro in den Regalen, für die Xbox One wird ein Hunderter mehr fällig. Dafür hat die Xbox One allerdings die Kinect-Leiste schon eingebaut. Wer eine ähnliche Funktion für die PS 4 möchte, muss für ungefähr 50 Euro nachrüsten. Für beide Konsolen liegt der Preis für ein Spiel im Moment zwischen 50 und 70 Euro. Grad zur Weihnachtszeit locken natürlich viele Anbieter mit günstigen Angeboten. Beim Preis gilt auch dieses Mal, dass die Hersteller mit den Konsolen selbst relativ wenig Gewinn machen, dafür ist die verbaute Hardware schlicht zu teuer. Für Sony und Microsoft geht es darum, möglichst viele Konsolen abzusetzen und die Geräte zu etablieren, damit später mit den Spielen Gewinn gemacht werden kann. Die Strategie scheint übrigens aufzugehen. Beide Konsolen verkaufen sich in den USA hervorragend. Während die PS 3 und die Xbox 360 acht Jahre brauchten, um zusammen 160 Millionen Einheiten zu verkaufen, rechnen Experten damit, dass es der PS 4 und der Xbox One in fünf Jahren gelingen wird, diese Grenze zu überschreiten.

Der Ausblick

Entscheidend wird es für beide Konsolen sein, möglichst schnell Franchise-Titel zu etablieren. Für die Xbox One stehen hier „Fable Legends“ und „Titanfall“ in den Startlöchern. Sony hat als Zugpferde „Infamous: Second Son“ und eine weitere Episode der „Uncharted“-Reihe vorgesehen.

Fazit

Es ist noch viel zu früh, um eine profunde Prognose abzugeben. Im Moment hat die Playstation einige Vorteile: Sie ist günstiger und etwas stärker in der Hardware. Die Xbox One hat aber gerade im wichtigen Bereich der Kinect- und Multimedia-Technologie ihre Stärken. Das wichtigste wird sein, welcher der beiden Konsolen es gelingt, attraktive Exklusiv-Titel zu entwickeln und namhafte Spieleschmieden zu verpflichten.
Wer sich noch unsicher ist, für welche Konsole er sich jetzt entscheiden sollte: Vielleicht einfach noch etwas abwarten, bis sich der Staub gelegt hat. Im Moment gibt es noch keinen zwingenden Grund, sofort auf eine der neuen Konsolen zu setzen.

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